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Vermögenssicherung / Asset protection

Ein Fachartikel von Piero Zedda, Dortmund
Thema: Vermögenssicherung / Asset protection vor Insolvenz

Für die Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Gewähr übernommen!

Rechtlicher Hinweis: Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen stellen lediglich die Meinung des Autors dar. Sie sind keine Aufforderung zur Vornahme illegaler Handlungen.

Grundsätzlich sollte sich jeder, der sich selbständig machen will bereits vor der Gewerbeanmeldung Gedanken über die Sicherung seines bereits vorhandenen Vermögens machen.

Dazu gehören beispielsweise solch grundlegende Dinge wie eine Gütertrennung oder die rechtzeitige Übertragung von privatem Vermögen bzw. Vermögensgegenstände auf Angehörige.

Ebenso interessant kann es auch sein das Inventar einer Unternehmung nicht selbst zu erwerben, sondern von einem Angehörigen erwerben zu lassen und dann zu mieten. Dadurch fällt wichtiges Betriebsvermögen wie z. Bsp. teure Maschinen im Falle eines Falles nicht in die Insolvenzmasse, weil es dem Unternehmer nicht gehört. Wichtig ist dabei allerdings auch, dass ausstehende Rechnungen für die Miete sofort beglichen werden. Es darf also nicht zu Zahlungserinnerungen oder Mahnungen kommen. In solchen Fällen könnte der Insolvenzverwalter sonst argumentieren, dass man mit der Insolvenz des "Geschäftspartners" hätte rechnen müssen und sich das Geld (Gerätemiete) ebenfalls über eine Anfechtung zurück holen. Es geht schlichtweg darum, dass andere Gläubiger nicht benachteiligt werden dürfen (siehe hierzu auch § 133 InsO).

Leider machen sich die meisten Unternehmer erst Gedanken über eine Vermögenssicherung wenn die ersten dunklen Wolken schon am Horizont zu sehen sind. Dann kann es aber bereits zu spät sein.

Besonders gefährdet sind Unternehmer in der Rechtsform der GbR, da hier jeder für jeden vollumfänglich haftet. Auch darüber machen sich die meisten Unternehmer wenig Gedanken und stehen plötzlich vor einem Scherbenhaufen und einer gescheiterten Existenz.

Auf Angehörige übertragenes Vermögen kann durch einen Insolvenzverwalter im Rahmen der Anfechtung wieder zurück geholt werden (siehe hierzu auch § 133 InsO und § 138 InsO). Ebenso kann hier sehr schnell der Vorwurf einer Insolvenzstraftat im Raum stehen.

Bei falscher Vorgehensweise des Unternehmers sind auch die Beratungen für einen Rechtsanwalt, Steuerberater oder Unternehmensberater eine heikle Angelegenheit, da hier sehr schnell der Vorwurf der Beihilfe erhoben werden kann.

Rechtsanwälte beispielsweise kommunizieren nach außen regelmäßig, dass eine legale Übertragung des Vermögens auf Angehörige ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr möglich ist.

Das ist nach meinem Dafürhalten so aber nicht ganz richtig. Richtig ist, dass nach den vorgenannten Paragraphen eine einfache Übertragung von Vermögenswerten auf Angehörige nicht mehr möglich ist.

So ließen sich beispielsweise im Falle einer drohenden Insolvenz Vermögenswerte veräußern und von dem Veräußerungserlös müssen Gläubiger befriedigt werden.

Wurden Vermögenswerte an eine ausländische Firma veräußert und die Gläubiger von dem Erlös befriedigt dürfte sich die Rückabwicklung für den Insolvenzverwalter recht schwierig gestalten.

Klar ist auch, dass man bei solchen "Notverkäufen" oft nicht den tatsächlichen Gegenwert für sein Vermögen erhält, sondern eben nur einen Bruchteil davon.

Da die Vermögenswerte also nicht einfach vor dem Zugriff der Gläubiger in Sicherheit gebracht wurden, sondern veräußert um die Gläubiger teilweise zu befriedigen dürfte auch der Vorwurf einer Insolvenzstraftat nicht mehr so ohne weiteres aufrecht erhalten werden können.

Je später solche Maßnahmen ergriffen werden, desto schieriger gestaltet sich diese Vorgehensweise allerdings. Auch ist das mit mehr oder weniger hohen Kosten verbunden, da die Gläubiger ja schließlich einen Teil des Geldes erhalten müssen.

Ebenso ist die Gründung einer ausländischen Firma natürlich auch mit Kosten verbunden.

Hierfür bietet sich insbesondere die Gründung eines Unternehmens innerhalb der EU, z. Bsp. in Bulgarien oder auch außerhalb der EU in einem Drittland an.

Dafür kann beispielsweise über darauf spezialisierte Unternehmen ein bereits bestehender Firmenmantel erworben werden. Auch von Vorteil ist es, wenn kein Angehöriger innerhalb der neuen Firma als Gesellschafter oder Geschäftsführer in Erscheinung tritt um dem Insolvenzverwalter keinen Ermittlungsansatz zu geben.

Insgesamt kann man sagen, dass die Sicherung des Vermögens zu jedem Zeitpunkt möglich ist, je später dies geschieht desto höher sind allerdings auch die dafür anfallenden Kosten.

Diese Vorgehensweise lohnt sich allerdings nur bei ausreichend hohem Vermögen, oder im Falle von Betriebsvermögen wie besipielsweise teure Machinen nur wenn die Auftragslage noch so gut ist, dass eine Weiterführung der unternehmerischen Aktivitäten erfolgversprechend ist.