Marktmanipulation durch Politiker und ihre Äußerungen


 

Ein Fachartikel von Piero Zedda (freier Texter & Recherchejournalist), Dortmund, Tel.: 0152 21 31 46 74

Immer wieder kommt es vor, dass Politiker sich zu wirtschaftlichen Themen äußern.

In jüngster Zeit war dies insbesondere zu den Fällen Karstadt-Kaufhof, Lufthansa aber auch Wirecard der Fall.

Meist geschieht dies ohne böse Absicht und nur um sich wieder bei den Wählern ins Gespräch zu bringen.

Dass solche Äußerungen sehr schnell zu Marktmanipulationen führen können darüber sind sich scheinbar die wenigsten Politiker bewusst.

Speziell im Fall Wirecard lässt sich das sehr leicht nachvollziehen. Die Aktie dümpelte bis vor kurzem noch bei ca. einem Euro Börsenwert und diverse Hedge Fonds setzten ganz unverhohlen weiter auf fallende Kurse.

Doch nachdem einige politische Äußerungen um die Rettung bzw. nicht Rettung von Wirecard aufkamem schoss die Aktie plötzlich auf einen Börsenwert von ca. 6 Euro hoch. Dies geschah nur wenige Tage nachdem einige Politiker sich für die Rettung des Unternehmens aussprachen. Die Begründung war, dass Wirecard das einzige deutsche Unternehmen diesem Marktsegment sei.

Auch wenn anschließend öffentlich nicht viel darüber verlautbar wurde, so dürften einige Hedge Fonds die short gingen (also auf weiter fallende Kurse setzten) erhebliche Verluste erlitten haben.

Bevor wir uns konstruktiven Lösungen dieses Problems widmen soll hier zuerst beleuchtet werden was unter einer Marktmanipulation zu verstehen ist.

So ist es laut Bafin beispielsweise verboten Informationen zu verbereiten, die falsche oder irreführende Signale hinsichtlich eines Angebotes oder des Kurses eines Finanzinstruments geben oder ein künstliches Kursniveau herbei führen. Quelle: Bafin, Marktmanipulation

Genau dies ist aber durch die Äußerungen einiger Politiker passiert.

Nicht umsonst wurde seites der amerikanischen SEC Herrn Elon Musk verboten bestimmte Äußerungen über Twitter zu tätigen, da die Gefahr der Kursmanipulation der Tesla Aktie durch genau solche Äußerungen gegeben war.

Die Lösung des Problems:

Sobald sich ein Politiker zu einem Unternehmen das sich in wirtschaftlicher Schieflage befindet äußert müsste er:

1. Aufdecken welche Politiker aus seiner Partei im Aufsichtsrat dieses Unternehmens sitzen.

2. Aufdecken ob er selbst oder Familienangehörige in Titel dieses Unternehmens investiert sind.

3. Ganz klar kommunizieren warum er sich zu diesem Unternehmen äußert.

4. Ganz klar kommunizieren ob dies lediglich seine eigene Meinung ist oder ob seitens der Politik bereits Maßnahmen ernsthaft im Gespräch sind.

Diese vorgenannten Punkte sollten als absoluter Mindeststandard eingeführt werden um jeden verdacht der Marktmanipulation bereits im Vorfeld auszuräumen.